Posts Tagged “Kühlung”

Gestern haben wir hier über die hohen Temperaturen berichtet, die der AMD TL-64 bei Vollast beider Kerne erzeugen kann. Ich habe noch einmal unter “üblichen” Rahmenbedingungen einen Test gemacht:

Notebook steht auf Schreibtisch auf einer Plastikschreibtischunterlage, sinkt darauf minimal ein.
Öffnungen für Lüfter am Gehäuse sonst frei zugänglich
Standardeinstellungen unter Vista für Energiemanagement, wie von HP ausgeliefert.
Vollast beider Kerne durch Deep Shredder 10 (ein Multiprozessor-Schachprogramm)
Messung der Temperatur am Prozessor mit Rightmark CPU Utility 2.35.0

Das Ergebnis war noch schlimmer, als ich es von vorigen Tests in Erinnerung habe: Gemessen wurden 92,6 °C nach einer Laufzeit von 15 Minuten…. Leider habe ich keine Angaben (kennt jemand Details?) finden können, die die erlaubte Grenztemperatur für den TL-64 beinhalten. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass das noch innerhalb der Spezifikationen sein sollte, bekommt man nach den Erfahrungen mit vielen anderen Prozessoren im Desktop- und Mobilbereich ein sehr mulmiges Gefühl dabei.

Höchste Zeit für Abhilfe!

Wir gehen in zwei Stufen vor, die erste Stufe erfordert nur etwas Zeit und Einarbeitung, kostet aber kein Geld :-) !

Erste Stufe:

Absenkung der Versorgungsspannung des Prozessors mit RM CPU Utility.

Oben steht der Link zu dem Programm, das brauchen wir jetzt. Die Bedienung des Programmes ist für Neulinge ein wenig verwirrend, des erfordert etwas Einarbeitung…. (Tutorial zur Verwendung von RM CPU, nicht für die ganz aktuelle Version, das ist aber unerheblich!)

Für das Verstehen des Bedienkonzept sollte sich der unerfahrene Anwender etwas Zeit lassen, sonst wird er kaum Vorteile aus der Anwendung von RM CPU ziehen können!!

Nach der Einrichtung des Programmes gehen wir an die Veränderung der Versorgungsspannung: In kleinen Schritten senken wir die Standardspannung ab, und wir prüfen (ausführlich!) unter Belastung, ob der Rechner noch stabil läuft. Einem stabil laufenden Rechner ist auf alle Fälle der Vorzug vor einer weiteren Senkung der Spannung zu geben. Auch unter Akkubetrieb sollte ein ausgiebiger Test erfolgen, oftmals ist die Versorgungsspannung mit Akkubetrieb nicht genau gleich zum Netzbetrieb.

Im Falle des dv9673eg waren folgende Einstellungen am Ende sinnvoll:

1,0000 Volt (statt 1,1500 Volt Standard) bei FID 11,0 = 2200 MHz
0,8250 Volt bei FID 4,0 = 800 MHz, Zwischenwerte sollen automatisch angepasst werden.

Die mögliche Reduzierung der Prozessorspannung hängt in jedem Fall vom einzelnen Prozessor ab, da kann es Unterschiede nach oben oder unten geben.

Mit dieser (nicht wahnsinning hohen) Absenkung der Versorgungsspannung wird die gemessene Temperatur bereits um 10 Grad auf 82°C unter gleichen Testbedingungen abgesenkt. Auch der Prozessorlüfter schaltet eine Stufe zurück, offensichtlich “fühlt” der Prozessor sich schon etwas besser…

Die zweite Stufe:

Zu Testzwecken möge der Anwender sein 3,55 kg Notebook unter Vollast einmal mehrere Minuten in die Höhe heben, was jetzt nicht dem Hanteltraining dient… Er wird feststellen, dass die Temperatur durch die neu gewonnene “Bodenfreiheit” des Laptops um ungefähr 10 Grad bei Vollast absinken wird. Schöne Sache, nur wer will sein Notebook ständig in die Luft halten?

Da hilft nur der Einsatz eines “anständigen” Notebookständers. Die Auswahl muss jedem Anwender selbst überlassen bleiben, aber es gibt Tips:

Keinen Notebookständer aus Plastik verwenden, wegen des Gewichtes des dv9673eg und der schlechten Wärmeleitung.
Auf die Größe des Notebookständers achten, nicht alle Modelle eignen sich für 17 Zoll Notebooks.
Auf die Lüftergeräusche der eingebauten Lüfter achten, ein gescheites Modell kostet eben etwas mehr.

Durch die Kombination beider Vorschläge wird die Prozessortemperatur unter Vollast dauerhaft bei 72 °C gehalten, eine Temperatur, wo der Prozessor sich sichtlich wohler fühlt, was das Bios durch einen niedriger laufenden Prozessorkühler auch bestätigt. Unter diesen Umständen würde ich mein Notebook auch einmal längere Zeit unbeaufsichtigt unter Vollast laufen lassen.

Ergebnisse anderer Anwender mit HP Pavilion 9000 Notebooks sind willkommen!

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Im dv9673eg ist ein Mobil-Prozessor von AMD verbaut, der TL-64 taktet mit 2,2 GHz, damit ist er die Nummer zwei unter den AMD Mobil-Prozessoren, nur der TL-66 mit 2,3 GHz wäre noch eine Stufe schneller. Der TL-66 wird nach meinem Wissen von HP nicht verbaut, vielleicht eine Frage der Wärmeentwicklung bei hoher Arbeitslast?

In vielen Anwendungen sind die AMDs etwas bis deutlich langsamer als die Intels mit gleicher Taktrate, da die AMD Prozessoren den deutlich kleineren Cache aufweisen. Beim Energieverbrauch und damit bei der Akkulaufzeit sind sie den Intels mittlerweile etwa gleichwertig.

Im dv9673eg wird der Prozessor mit seinen beiden Kernen für die Analyse von Schachpartien gelegentlich voll belastet, es werden also wirklich beide Kerne für eine längere Zeit (mehrere Stunden) zu annähernd 100 Prozent ausgelastet. Dieses Szenario unterscheidet sich von einigen anderen Anwendungen, die zwar einen Prozessorkern voll auslasten, wegen der fehlenden Multiprozessorfähigkeit des Anwendungsprogrammes den anderen Kern aber “relativ kalt” lassen.

Unsere Schachprogramme eignen sich aus genanntem Grund gut zum Testen der Leistungsfähigket des Kühlsystemes, in einem Notebook nicht ganz unwichtig, besonders unter dem Aspekt, dass der Anwender ja nicht mal eben den Prozessorlüfter austauschen kann…

Un dann wäre ja auch noch die nicht unerhebliche Frage, mit welcher Lautstärke der Lüfter seine Aufgabe lösen kann…

Bei voller Auslastung der beiden Kerne und normaler Bodenfreiheit des Notebooks beim Aufstellen auf einem Schreibtisch aus Holz kommt der Prozessor leicht auf über 87 °C. Das ist eine Teperatur, die mir schon bedenklich erscheint. Ich weiß nicht, für welche Grenztemperatur der Prozessor zugelassen ist, besonders wohl kann einem bei der Temperatur aber nicht mehr sein. Irgendwie möchte man des Notebook bei solchen Temperaturen nicht mehr unbeaufsichtigt stehen lassen, wer weiß, was da passieren könnte.

Gemessen werden alle Temperaturen hier mit dem Monitoring Tool von Rightmark CPU Clock Utility.

Der Lüfter läuft unter solchen Bedingungen natürlich auch auf “Anschlag”. In mehreren Schaltstufen gelangt er schnell zu seiner höchsten Stufe, die sehr deutlich hörbar ist und auch stört. Das einzig Positive daran ist, dass der Lüfter nach meinem Eindruck nicht nervt, die Geräuschkulisse könnte durch dauernde Frequenzwechsel des Lüfters und Lautstärkewechsel durchaus noch unangenehmer ausfallen.

Die Rekordtemperatur von 90 °C am Prozessor schreit jedenfalls nach Abhilfe. Zum Glück ist da auch ohne Eingriffe in die Hardware etwas zu machen, darüber berichten wir beim nächsten Post…

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